Page 15 - Wir entdecken Wildbienen - Kindermagazin von wildBee.ch
P. 15

Unsere Wohnformen

                           Wir sind gern ganz für uns
                      Nicht alle Wildbienen können in                Wer wo wohnt
                     der Nähe von Menschen leben.                    Die Wildbienen sind so vielfältig, dass sie auch ganz verschiedene
                     Einige Arten brauchen einen                     Plätze bewohnen. Der weit aus grösste Teil der Wildbienen-Arten
                     unberührten Lebensraum,                         nistet in der Erde. Dort graben diese   Erdnister   lange Gänge von
                     der nicht gestört wird. Sie                     bis zu einem Meter Tiefe und bauen dort ihre Brutzellen. Beispiels-
                     fühlen sich wohl in abgele-                     weise Sandbienen, Furchenbienen, Seidenbienen etc.
                     genen Plätzen. An Flussauen,
                  hoch oben in den Bergen etc.                       Wenn wir also Wildbienen helfen möchten, sind Aktionen für die
               Gerade diese Arten sind besonders                     Erdnister besonders wichtig.
            bedroht. Es gibt leider immer weniger Platz,                     Mit zu dieser grossen Gruppe gehören auch sehr viele
          der nicht von Menschen benutzt wird.                                   Kuckucksbienen.  Sie graben zwar selbst keine
        Naturschutzgebiete sind deshalb von ganz besonderer                         Gänge, legen ihre Eier aber in die Nester
        Bedeutung für diese Wildbienen-Arten.                                          ihrer Wirte und diese befinden sich
        Wir können diesen Arten                                                          mehrheitlich in der Erde. Deshalb sind
        helfen, wenn wir                                                                   sie hier auch in braun dargestellt.
        solche Gebiete                                     Erdnister      Kuckucksbienen
        erhalten und
        schützen.
        Und wenn                                                                             Die   Hummeln   nisten je nach
        wir Plätze                                                                           Art ober- oder unterirdisch.
        renaturieren,                                                                        Unterirdische Arten verwen-
        also der Natur                    Einige                                Hummeln      den Maushöhlen, Hohlräume
        zurückgeben.                       Arten                                             in Moosschichten oder Laub
                                         nisten in                          Hohlräume       etc. Oberirdische Arten
                                        altem Totholz                                       mögen hohle Bäume,
                                    und Morschholz. Diese                                  Vogelnistkästen,
                            Totholz-Bewohner   nagen selbst einen                       Trockenmauern etc.
                               Gang ins Holz hinein. Beispielsweise die                Auch sie haben ihre
                             Holzbienen, die Wald-Pelzbiene oder einige                  Kuckucksbienen,
                                                              Totholz  Steilwand  20% aller Arten   hummeln.
                                      Blattschneiderbienen-Arten.                          die Schmarotzer-
                                                                             nisten in Hohl-
                              Rund 10 Arten sind   Markstängel-   Markstängel  räumen. Diese
                              Bewohner. Sie nagen und graben ihr Nest            Hohlraumbewohner
                             ins Mark von meist aufrecht stehenden                können selbst keinen
                            Pflanzenstängeln von Brombeeren, Rosen,   In den senkrechten   Gang graben oder nagen,
                           Königskerzen etc. Beispielsweise Keulhorn-  Wänden von Abbruch-  deshalb brauchen sie einen
                                                                  kanten, Uferhängen,
                          bienen, Stängel-Mauerbienen etc.     Lehmmauern, Sandwän-  schon vorhandenen kleinen Raum.
                                                              den nisten die   Steilwand-  Das kann ein Pflanzenstängel sein,
                                                                                    ein Bohrloch, eine Spalte zwischen
                                                               Bewohner. Sie nagen und   Steinen, ein verlassenes Schnecken-
                                                              graben selbst einen Gang in   haus etc. Häufige Hohlraum-
                                                               die Wand hinein. Beispiels-  bewohner sind beispielsweise
                                                               weise Pelzbienen, Furchen-  die Mauerbienen, Wollbienen
                                                                bienen, Seidenbienen-      oder Scherenbienen.
                                                                      Arten etc.





                                                                                                                   15
         Was erzählen sich die Keulhornbiene und die Furchenbiene? Schreib es in die Sprechblasen!
   10   11   12   13   14   15   16   17   18   19   20